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Ich habe die Pressestimmen zu den verschiedenen Programmen,
den jeweiligen Informationen angehängt, dies schien mir sinnvoller.
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ton:arten in Sasbachwalden
Alle Informationen zu diesem neuen Festival plaziere ich an dieser Stelle:
Im übrigen steht Ihnen auch der Direckt-Klick:
www.ton-arten.com
zur Verfügung.
Das Eröffnungskonzert trug den Titel:
"Goethe und die Frauen" - eine "erotische" Biografie.
Umrahmt von "erotischen" Klaviersonaten:
Wolfgang Amadeus Mozart
und Franz Schubert
gespielt von: Gregor Dierck (Violine) und Michael Balke (Piano),
den beiden Begründern dieses Festivals.
Bemerkungen zu dem Programm:
Eine „erotische Biografie“ nenne ich meine Auswahl aus dem schier unerschöpflichen Werk des großen Johann Wolfgang von Goethe.
Eine Auswahl musste ja notwendigerweise getroffen werden, und da schien es mir am interessantesten, die schicksalhaften Begegnungen des Dichterfürsten mit der „holden Weiblichkeit“ zu schildern.
Ein vom Eros getriebener Mann, fähig zu lieben und zu leiden und mit einer großen "Portion" Humor versehen.
In einer unterhaltsamen Mischung aus Gedichten, Briefen, Tagebuch-Notizen und Zitaten aus den Romanen und Dramen wird dem Zuhörer vermittelt, wie sehr sich Goethe durch die immer wieder in sein Leben tretenden Damen zu den wundervollsten Dichtungen hat inspirieren lassen.
Von der ersten Liebelei des jungen Jura-Studenten bis hin zu den Liebesverflechtungen des 80-jährigen.
83 Jahre alt war Goethe als er 1832 starb. Er hat sie beide erlebt und überlebt, die beiden Frühvollendeten mit den kurzen Lebensläufen:
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Franz Schubert (1797-1828)
Alle drei sind sie Vertreter der Kultur-Epoche, die wir heute als „Romantik“ bezeichnen.
Goethes erste Begegnung mit dem damals 7-jährigen „Wunderkind“ Mozart ereignete sich 1763 in Frankfurt.
Darüber berichtet Goethe später:
„Ich erinnere mich des kleinen Mannes in seiner Frisur und Degen noch ganz deutlich. Damals zählte ich selbst erst 14 Jahre und war allerdings, wie alle Welt, höchlich erstaunt über die außerordentliche Fertigkeit desselben.“
Drei Jahre nach Mozarts Tod bringt Goethe als Theaterdirektor
„Die Zauberflöte“ zur Weimarer Erstaufführung (1794).
Jahrelang arbeitet er an einer „Zauberflöte“ 2.Teil, - sie ist Fragment geblieben.
Nur ein einziges Mal hat sich Mozart mit den Texten Goethes beschäftigt,
er vertonte 1785 dessen Gedicht „Das Veilchen“, allerdings ohne Goethes Verfasserschaft zu ahnen.
Franz Schubert hingegen hat mehr als zwei Dutzend Gedichte von Goethe vertont, obwohl die Zuneigung eher einseitig war.
Eine Sammlung von Kompositionen schickt ein gewisser Herr von Spaun
mit folgendem Begleitschreiben an Goethe:
„Die im Hefte enthaltenden Dichtungen sind von einem 19-jährigen Tonkünstler namens Franz Schubert in Musik gesetzt, dem die Natur die entschiedensten Anlagen zur Tonkunst von zartester Kindheit an verlieh. Diese Sammlung nun, wünscht der Künstler Eurer Exzellenz in Untertänigkeit weihen zu dürfen.“
Das Manuskript wurde von Goethe kommentarlos zurückgeschickt.
Eine spätere Sendung Schubert (1825) blieb unbeantwortet.
Erst bei späterer Gelegenheit ließ sich Goethe von der Sängerin Schröder-Devrient den „Erlkönig“ vorsingen.
Es war am 24.April 1830, da war Schubert schon fast zwei Jahre tot.
PRESSESTIMMEN:
"Abenteuer des Heiratsunwilligen"
Goethe und die Frauen: Amüsantes aus einem unendlichen Kapitel zum Auftakt des Tonarten-Festivals
Das Sasbachwaldener Tonarten-Festival startete am Freitag (3.8.2007)
im Kurhaus »Alde Gott« mit einer musikalischen Goethe-Lesung. Schauspieler Christian Quadflieg beleuchtete Goethes Beziehungen zu Frauen. Die Musiker Gregor Dierck und Michael Balke begeisterten mit Sonaten von Mozart und Schubert.
07.08.2007 - Sasbachwalden. Das Thema »Goethe und die Frauen« füllt Bibliotheken. Ein Ende der Publikationsflut ist nicht in Sicht. Erst kürzlich bewegte in Weimar die Teilnehmer des ersten interdisziplinären Goethe-und-Anna-Amalia-Symposiums die Frage, ob der Dichter eine Liebesbeziehung zur Herzogin unterhalten habe. Christian Quadfliegs Liebe zu Goethe liegt in der Familie. Vater Will Quadflieg spielte 1957 den Faust in der legendären Gründgens-Verfilmung. Vom 2003 verstorbenen Sprechkünstler sind heute weiterhin ein gutes Dutzend Goethe-Hörbücher lieferbar.Christian Quadflieg, der nie vom Namen seines Vaters profitieren wollte, zeitweise benutzte er einen Künstlernamen Christian Urs, geht in Sachen Goethe eigene Wege. Zwar bieten die von ihm zusammengetragenen biographischen Daten und Fakten zum Thema nichts Neues, doch überzeugt seine Zuordnung der dazu passenden Gedichte, Briefe, Tagebuch-Notizen und Zitate aus dem Werk des Dichters.
Quadflieg geht chronologisch vor und berichtet von Goethes Liebesbeziehungen zu Käthchen Schönkopf, Friederike Brion, Lili Schönemann, Charlotte von Stein, Faustina, Christiane Goethe, geborene Vulpius, Marianne von Willemer und Ulrike von Levetzow. Käthchen »jung, hübsch, munter, liebevoll und so angenehm« war die Erste »die es wohl verdiente, in dem Schrein des Herzens eine Zeitlang als eine kleine Heilige aufgestellt zu werden," schrieb Goethe. In seinem Gedicht an den Schlaf bittet er den Verstand ihrer Mutter mit Mohn zu umnebeln, damit die Geliebte in seinen „giergen Arm“ sinken könne. Da Käthchens Eltern die Tochter fest im Auge behielten, wurde Goethe schließlich „der Zeitvertreib doch etwas mager“. In seiner „Kunst die Spröden zu fangen“ bilanzierte er zufrieden: „Dem Liebhaber glaubt das Mädchen immer mehr wie die Mutter“ und erkannte: „Und wären Mädchen noch so blöde, und wären Weiber noch so spröde: Doch allen wird so liebebang, bei Saitenzauber und Gesang,“
Quadflieg stellt fest, dass Goethe sich über Jahrzehnte einer Heirat durch Flucht entzog. Er genoss „die fröhlichsten Stunden des traurigen Lebens“ in vollen Zügen und erklärte genießerisch:
„Es küsst sich so süße der Busen der zweiten, als kaum sich der Busen der ersten geküsst.“
Da Goethe seine Affären, Liebschaften und spätere Heirat brühwarm in seinem vielschichtigen Ouevre verarbeitete, kam der Leser in den Genuss einige der köstlichsten Perlen deutscher Dichtkunst. So vergleicht sich Goethe zum Beispiel im Gedicht „Vom Veilchen“ methaphernreich
mit einer Blume, die sich nichts Schöneres vorstellen kann, als vom Busen des Liebchens „matt gedrückt“ zu werden.
Quadflieg rezitierte im sonoren, wohlklingenden Tonfall und faszinierte mit temperamentvollem Biss und feuriger Ergriffenheit. Häufig umspielte ein warmes, breites Lachen das Gesicht des Vortragenden. Das Publikum hatte ebenfalls seinen Spaß, gab es doch eine Vielzahl humorvoller Pointen.
Brillante Musiker
Die Musiker Gregor Dierck (Violine) und Michael Balke (Klavier) agierten überaus bravourös. Bei ihrem Vortrag konnten die rund 120 Besucher genussvoll entspannen. Nach Mozarts Sonaten, KV 303 und 304 begeisterte das Duo mit Schuberts 1816 entstandener Sonatine op.137. Die Vermählung zwischen Text und Musik gelang. Das Publikum applaudierte ausdauernd.
(Autor: Wolfgang Winter)
Sphärische Klänge im Sendeturm.
Tonarten-Festival Sasbachwalden: Sonar-Streichquartett bot Streizug durch die Musikgeschichte
Das Konzert des Berliner Sonar-Streich-Quartetts im SWR-Funkturm auf der Hornisgrinde eröffnete einen bundesweit einzigartigen Spielort. Die Organisatoren des Sasbachwaldener Tonarten-Festivals hatten den richtigen Riecher. Alle, Besucher und Ensemble, waren am Ende hellauf begeistert.
07.08.2007 - Hornisgrinde. Die Hamburger Kammermusiker Michael Balke und Gregor Dierck machten sich vor zwei Jahren auf die Suche nach einem außergewöhnlichen Spielort. So holte Sasbachs Bürgermeister Valentin Doll das erste Tonarten-Festival nach Sasbachwalden – und riet den Initiatoren, den SWR-Funkturm in Betracht zu ziehen.
Der damalige Senderleiter, Michael Neubert, der den Turm über zwei Jahrzehnte betreute, bot spontan seine Unterstützung an. Aus Gründen der Betriebssicherheit veranlasste er eine Generalinspektion, »dass da oben nichts wackelt, oder etwa ein von der Witterung gelockertes Schräubchen nach unten saust«. Außerdem ließ er 50 Meter über den Köpfen der Besucher ein stabiles Netz spannen. Das grünlich leuchtende Netz beeinträchtigte die Optik keineswegs. Manche sahen darin ein mächtiges Auge, andere eine Sonne, der Fantasie der Beobachter waren keine Grenzen gesetzt. Irgendwo darüber brummte und heulte der Wind im Turm, ein Geräusch, das jedoch während der Musikstücke zu verstummen schien.
Im abgedunkelten, finsteren Raum spielte Klarinettist Sebastian Borsch den um 1140 von Hildegard von Bingen vertonten Psalm »Auctori vite psalmis«. Die Töne seines Instruments schienen Flügel zu bekommen und umwehten die Besucher als einen endlos in die Länge gezogenen Seufzer andachtsvoller Seligkeit. Das höchst abwechslungsreich zusammengestellte Programm bot einen in der Moderne endenden Streifzug durch die Musikgeschichte.
Neben einigen Glanzstücken der Klassik wie Mozarts Divertimento in Es-Dur oder Hadyns selten gespieltem Trio für Klarinette d’amour beeindruckten besonders die Kompositionen von di Lasso und Pachelbel. Das Sonar-Quartett mit Susanne Zapf (erste Geige), Gregor Dierck (Violine), Cosima Gerhardt (Cello) und Nikolaus Schlierf (Bratsche) spielte in wechselnden Besetzungen, in denen auch der famose Klarinettist Sebastian Borsch seinen Platz fand. Die exzellente Strichtechnik des Berliner Quartetts vom dynamischen Forte bis zum einfühlsam hingehauchten Pianissimo ist hoch zu loben.
Die unglaubliche Akustik – Neubert errechnete eine Nachhallzeit von sieben Sekunden – produzierte die seltsamsten Phänomene. In manchen Passagen schien ein unsichtbares Orchester ein zeitverzögertes Echo zu produzieren, das die Kraft der Komposition deutlich potenzierte.
Bedauerlich nur, dass den Sonars der Mut fehlte, mehr Stücke wie Johanna Magdalena Beyers reizvolle »Music of Spheres« (1939) aufzuführen. Die Komposition beginnt mit einem »Löwenschrei«, den Borsch geschickt mit einer langen Reißleine und dem Resonanzboden einer Trommel erzeugte. Das waren neue, den Möglichkeiten des Raums entsprechende Töne. Die sphärisch gezogenen, geisterhaft klagenden Klänge der Streicher beeindruckten zutiefst.
Als Zugabe folgte Bachs berühmtes »Air«, (BWV 1068) dessen lang angehaltene Akkorde und weit ausgreifende Kantilenen entzückten. Die herrliche Melodie verwandelte den Funkturm in eine moderne Kathedrale, in der die Musik einen Hauch der von Goethe bedichteten Sphärenklänge erahnen ließ. Das sichtlich ergriffene Publikum bedankte sich mit stehenden Ovationen.
(Autor: Wolfgang Winter)
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